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Ein Grund warum wir Selbstbetreuer sind

Ein Grund, warum ich meine Kinder selbst betreue ist die Rücksicht auf andere.
Es gibt genügend Familien die wirklich auf einen Krippen-/Kitaplatz angewiesen sind, sei es weil sie alleinerziehend sind, oder weil ein Einkommen alleine nicht reicht um über die Runden zu kommen oder weil sie aus gesundheitlichen Gründen nicht ganztägig für ihr Kind in dieser Form da sein können, wie es das Kind braucht.

Also warum muss ich dann mein Kind auch noch dahin geben (selbst wenn ich diesen Anspruch habe) und die Betreuungseinrichtung damit noch mehr voll stopfen und noch mehr belasten, obwohl ich in der Lage wäre, finanziell, körperlich und emotionell selbst für meine Kinder zu sorgen?

Nur weil ich ein Recht auf irgendetwas habe, muss ich es nicht einfordern. Das ist wie mit der „Freiwillig 30 km wegen uns – Zone“ vor Schulen – ich habe das Recht da weiterhin 50 zu fahren – aber muss ich das denn? Aus Rücksicht auf die Eltern und die Kinder fahre ich dort 30! – Auch ein Krippenbesuch ist eine freiwillige Sache.

freiwillig

Jeder von uns sollte sich über das für und wider einer gewählten Betreuungsform wirklich Gedanken machen.
Vielleicht können viel mehr Eltern ihre Kinder einfach eine Zeit lang noch daheim betreuen und somit die Kitas entlasten. Bitte nicht verunsichern lassen von anderen mit „das ist wichtig für die soziale Entwicklung“ oder anderen Sprüchen.

Die Selbstbetreuung kommt nicht nur der Eltern-Kind-Beziehung zugute, stärkt das Kind in seiner Entwicklung und fördert seine Individualität, sondern hilft auch den Erzieherinnen und Erziehern und den zu betreuenden Kindern. Das Betreuungspersonal ist entlastet und die Kinder erhalten wieder mehr Aufmerksamkeit, die gerade in den ersten drei Jahren so enorm wichtig ist.

Eine Selbstbetreuung muss niemals bis zur Schule stattfinden – aber gerade die ersten drei Jahre sind in der kindlichen Entwicklung das Allerwichtigste. Und alle Kinder sollten die Möglichkeit haben, diese drei Jahre nutzen zu können – egal ob in der Selbst- oder Fremdbetreuung – es muss nur für alle erträglich und tragbar sein. Tagesmütter und -väter, Coworkingbüros, Eltern-Kind-Vereine usw. sind ein super Anfang um Krippen und Kitas zu entlasten, aber leider noch nicht ausreichend.

Tragbar ist die Situation an den meisten Tageseinrichtungen aber leider gar nicht mehr. Und die Leidtragenden sind die Kinder. Es gibt zu wenig Fachpersonal und zu wenig Platz in den einzelnen Einrichtungen, aber immer mehr Kinder sollen da hin. Sie müssen schneller reden (damit sie Sorgen und Ängste äußern können), laufen (um wegzulaufen vor anderen Kindern oder um schneller zu ihrem Betreuer zu kommen), trocken sein (um nicht stundenlang in ihrer nassen und schmutzigen Windel zu liegen) usw. Das alles wird uns als scheinbar positiver Effekt einer Tageseinrichtung verkauft – aber so ist es nicht. Sie sind dadurch nur gestresst und stehen unter einem enormen Druck. (Zum Thema Stress werden wir in Kürze noch einen Extrapost verfassen.)

Kinder sollen aber bitte in dem Tempo „lernen“ können, wie sie es möchten. Sie sollen das machen, was ihnen Spaß macht – denn am besten lernt es sich, wenn man Spaß hat. Es sind einfach KINDER. Niemand sollte ihnen vorschreiben, wann sie was zu machen haben und was sie wann können müssen. Lasst bitte die Kinder Kinder sein – Erwachsen sein müssen sie noch zeitig genug.

Spätestens in der Schule sieht es anders aus – aber das Argument „darauf werden sie in dem Kindergarten vorbereitet“ ist absolut falsch. Sie werden lediglich zeitiger dem Druck und Stress mit „du musst jetzt“ und „mach jetzt“ ausgesetzt – das macht sie nicht „stark für die Schule“ sondern schwächt sie in ihrer Entwicklung und frustriert sie zunehmend. Ihnen fehlt die uneingeschränkte und freie Lebensfreude. (Natürlich haben sie Freude, aber das ist zumeist nicht frei sondern ihnen wird gesagt was Spaß macht.) Wenn sie in die Schule kommen, sind sie teilweise schon so fertig wie manch einer nach vielen Jahren harter körperlicher Arbeit.

Wägt also bitte genau ab, ob eine Fremdbetreuung unabdingbar ist oder ob vlt. doch die Möglichkeit bestünde, noch ein oder zwei Jahre Vollzeiteltern sein dran zu hängen.

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